Ein Leitbild für die ICE-CITY

Ausschnitt aus dem Erfurter Stadtmodell, Bereich ICE-City (zum Vergrößern anklicken)
Ausschnitt aus dem Erfurter Stadtmodell, Bereich ICE-City

Die Landeshauptstadt Thüringens, ohnehin in der Mitte Deutschlands gelegen, wird zu einem attraktiven Bezugspunkt für das Zusammenkommen vieler Menschen - sei es auf Events, auf Tagungen, im Bereich des Handels, des Tourismus oder der Kreativwirtschaft. Wird der Hauptbahnhof zum Drehkreuz, so verlangt sein Umfeld nach einer Aufwertung, um alle Chancen für die „schnelle Mitte“ in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nutzen zu können.  Rund um den Bahnhof erstreckt sich ein Flächenpotenzial in einer Größe von über 30 Hektar.

Zur Entwicklung und Vermarktung dieser Areale in bester Lage haben sich Projektpartner zusammengefunden: Die Thüringer Landesregierung, die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) und die Stadt Erfurt haben mit den Planungen für die „ICE-City“ begonnen. Die LEG erwirbt Flächen von der Bahn, plant mit der Stadt und sucht Investoren.

Im Folgenden informieren wir Sie darüber, wie dieses einzigartige Stadtentwicklungsprojekt in einer deutschen Landeshauptstadt entstanden ist.

FIRU-Studie 2010

Im Jahr 2009 beauftragte die Stadt die FIRU - Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung mbH aus Kaiserslautern in Kooperation mit der Bullwien-Gesa AG Berlin mit einer Machbarkeitsstudie für die ICE-City Erfurt. Nach Übergabe der fertiggestellten Studie durch den Gutachter wurde die Studie am 24. Juni 2010 vom Erfurter Stadtrat bestätigt und beschlossen.

Prognos-Studie zur Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur 2012

Nach der Veröffentlichung und Auswertung der FIRU-Studie zur Machbarkeit der ICE-City Erfurt wurde ersichtlich, dass sich durch die Veränderungen der Verkehrsinfrastruktur 2015 und 2017 beträchtliche Entwicklungspotenziale ergeben würden. Unklar war allerdings, welcher Art diese Potenziale sein würde und welche Reichweite sie haben würden. Bliebe die Entwicklung auf Erfurt beschränkt oder kann das ganze Land davon profitieren? Zur Beantwortung dieser Fragen führte die LEG Thüringen im Herbst 2011 ein Interessenbekundungsverfahren durch, um einen Gutachter für eine Studie zur „Bedeutung der künftigen Verkehrsinfrastruktur für die Landesentwicklung Thüringens“ zu finden. Die PROGNOS AG erarbeitete in Kooperation mit der ProgTrans AG 2012 die durch das Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr und die LEG Thüringen finanzierte ICE-Studie.

Gutachterverfahren ICE-City-Ost 2012

Am 29. Februar 2012 beschloss der Erfurter Stadtrat die Einleitung vorbereitender Untersuchungen zur Entwicklungsmaßnahme „Bahnhofsquartier (ICE-City). In den folgenden vier Wochen erarbeitete die Stadt die Auslobung und stellte die Finanzierung auf. Am 29. März 2012 beschloss der Erfurter Stadtrat die Durchführung des Verfahrens. Die Stadt Erfurt und die DB Netz AG als Eigentümer der Flächen beauftragten vier Planungsteams, im Gutachterverfahren konkrete Entwürfe für Städtebau, Architektur und Frei-raum zu erarbeiten. Das Verfahren führte die Stadt Erfurt als kooperative, konkurrierende und nichtanonyme Mehrfachbeauftragung durch.

Das Plangebiet umfasste das zu entwickelnde "Neue Schmidtstedter Tor" beidseitig auf der Nordseite der Schmidtstedter Eisenbahnbrücke sowie potentielle Entwicklungsflächen bis zur verlängerten Rathenaustraße. Von der Stadt wurde eine umfangreiche Auslobung erarbeitet und den Planungsteams zur Verfügung gestellt.

In den zu erarbeitenden Entwürfen für Städtebau, Architektur und Freiraum sollten ein Massenmodell auf einer von der Stadt bereitgestellten Einsatzplatte sowie eine ganze Reihe von Plänen und textlichen Erläuterungen angefertigt werden. Zu den einzureichenden Planunterlagen gehörten ein städtebaulich-struktureller Lage- und Höhenplan, systemhafte Grundrisse, Schnitte und Ansichten sowie Visualisierungen bzw. Perspektiven aus verschiedenen Richtungen auf das Bearbeitungsgebiet.

Die beauftragten Stadtplaner und Architekten waren:

  1. Machleidt + Partner aus Berlin in Kooperation mit Mola + Winkelmüller und Sinai
  2. Ortner und Ortner aus Berlin+
  3. LÉON WOHLHAGE WERNIK aus Berlin sowie
  4. Worschech Architekten aus Erfurt.

Der Entwurf von Machleidt + Partner „Janus am Promenadendeck“ wurde durch die Jury mit dem ersten Preis ausgezeichnet und Grundlage der Rahmenplanung.

Letter of Intent (LOI) - die Absichtserklärung, Juli 2013

Parallel zum Gutachterverfahren erarbeiteten die Stadt Erfurt, der Freistaat Thüringen und die Deutsche Bahn AG eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung der ICE-City Erfurt. Darin wurde die Kooperation der Partner zur Schaffung des Bau- und Planungsrechts für potenzielle Baulandflächen zur Ansiedelung von Nutzungen in den Bereichen Büro, Kongress, Hotel und Wohnen sowie in verträglichem Umfang Handel festgeschrieben. Die Absichtserklärung wurde am 05. Juli 2012 im Beisein von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, vom Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr des Freistaats Thüringen, Christian Carius und vom Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, Andreas Bausewein, unterzeichnet.

Rahmenplan 2013

Im Ergebnis des Gutachterverfahrens beauftragte die Stadt Erfurt den ersten Preisträger mit der Überarbeitung seines Entwurfes. Daraus entwickelte die Stadt Erfurt die Planfassung des Rahmenplans einschließlich einer umfassenden Erläuterung. Nach der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung und der Billigung des Entwurfes fasste der Erfurter Stadtrat am 24. April 2013 den Beschluss, diese Planfassung zur Grundlage aller weiteren Planungen im Geltungsbereich des Rahmenplans zu machen.

Das Symposium „Die schnelle Mitte Deutschlands“, November 2013

Das Thüringer Kabinett hatte am 18. Dezember 2012 den Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, beauftragt, nach Veröffentlichung einer 2012 entstandenen ICE-Studie der PROGNOS AG zur Umsetzung darin genannter Leitprojekte eine Lenkungsgruppe und thematische Arbeitsgruppen einzurichten. Im Zuge der seit April 2013 entstandenen Projektergebnisse sowie synergetisch mit dem von der Stadt Erfurt parallel entwickelten Rahmenplan für die ICE-City führte das Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr am 8. November 2013 im Rathaus Erfurt eine Veranstaltung durch, auf der erstmals öffentlich und von allen Partnern einhellig begrüßt die künftige Fokussierung der Projektentwicklung auf den Teilbereich Ost der ICE-City vorgestellt wurde. Auf dem Symposium kündigten die Stadt Erfurt und die LEG Thüringen an, bis zum Ende des ersten Quartals 2014 einen Städtebaulichen Grundlagenvertrag zu erarbeiten und abzuschließen.

Der Kabinettbeschluss zur ICE-City 2014

Auf der Grundlage des Berichts des Ministers für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, fasste das Kabinett des Freistaats Thüringen am 25. Februar 2014 den Beschluss, bei der LEG Thüringen das Verfahren zum Aufbau einer Organisationsstruktur zur Flächensicherung für die ICE-City Ost einzuleiten und finanzielle Vorkehrungen im Rahmen der Haushaltsaufstellung 2015/2016 zu treffen, um die erforderliche städtebauliche Entwicklung der ICE-City Ost zu unterstützen.

Der städtebauliche Grundlagenvertrag 2014

Nach den klaren Bekenntnissen für eine künftige Projektentwicklung der ICE-City Erfurt durch die LEG Thüringen begannen die Stadt Erfurt und die LEG Thüringen, die vertraglichen Voraussetzungen für die Projektentwicklung zu schaffen. Aufgrund der Komplexität der Aufgabe erarbeiteten die Stadt Erfurt und die LEG Thüringen als ersten Schritt auf dem Weg zum Abschluss der für die Projektentwicklung erforderlichen Städtebaulichen Entwicklungsverträge einen städtebaulichen Grundlagenvertrag, in dem die zentralen Ziele der Entwicklung beschrieben wurden. Der Entwurf des Städtebaulichen Grundlagenvertrags wurde vom Erfurter Stadtrat am 12. März 2014 beschlossen und der Oberbürgermeister mit der Unterzeichnung beauftragt. Die Unterzeichnung durch den Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein und den Geschäftsführer der LEG Thüringen, Frank Krätzschmar, fand im Rahmen einer Pressekonferenz am 21. März 2014 im Beisein des Ministers für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, statt.

Ausblick

In enger Zusammenarbeit arbeiten die Stadt Erfurt, die LEG Thüringen und die Deutsche Bahn AG an der Vorbereitung des Kaufvertrages für die Flächen der ICE-City. Dass die LEG Thüringen die Flächen über-nehmen wird, darin sind sich die Partner einig. Auch darin, dass dies so schnell wie möglich geschehen muss. Denn in 2 Schritten wird die Inbetriebnahme des ICE-Knotens stattfinden: Ende 2015 die Strecke Erfurt - Berlin und 2017 die Strecke Erfurt - München. Beide Termine sind für die ICE-City von großer Bedeutung. Ob es gelingen kann, bereits Ende 2015 erste Teile der ICE-City zu realisieren, hängt vom Zeitpunkt ab, ab dem die LEG Thüringen handlungsfähig agieren kann. Konsens ist, dass sich so schnell wie möglich in der ICE-City Kräne drehen sollen. Dieses Ziel verbindet alle Partner der künftigen ICE-City.

Ihre Ansprechpartner

Thomas Coburger

Projektleiter ICE-City Erfurt

LEG Thüringen
Mainzerhofstraße 12
99084 Erfurt

0361 5603-208

0361 5603-198

E-Mail schreiben

Sekretariat:

Lisa Segler

0361 5603-207

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Rund um den Erfurter Hauptbahnhof entsteht die ICE-City Erfurt - der zentrale Ort zum Arbeiten, Tagen, Wohnen und Genießen. Werfen Sie einen Blick in die Zukunft: Navigieren Sie frei durch unser 4D-Echtzeit-Modell und erleben Sie die ICE-City Erfurt im städtebaulichem Zusammenhang.

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